Mitten in den Rocky Mountains, nahe der Grenze zu Kanada, befindet sich der Glacier National Park – ein Naturwunder, das es in den USA kein zweites Mal gibt. Ein Netz aus über 1.000 Kilometer langen Wanderwegen führt Besucher über alpine Wiesen und an kristallklaren Seen entlang, über denen majestätische Gipfel und Gletscher thronen. Mit etwas Glück lassen sich Grizzlybären, Dickhornschafe, Schneeziegen und sogar die gefährdeten Weißkopfseeadler – das Wappentier der USA – erspähen. Wir stellen Ihnen den traumwandlerisch schönen Nationalpark vor – und zeigen Ihnen, was Sie rund um das Camping im Glacier National Park wissen müssen.
Das Wichtigste auf einen Blick
Der Glacier National Park gehört zweifellos zu den schönsten Nationalparks der USA. Was Sie für Ihren anstehenden Besuch unbedingt wissen sollten:
- Besonderheiten: Der Nationalpark im Hochgebirge der Rocky Mountains wird von Bergen, Seen und Gletschern geprägt. Immerhin 25 Gletscher befinden sich auf dem Gebiet des Parks. Zusammen mit dem auf kanadischer Seite angrenzenden Waterton-Lakes-Nationalpark bildet er das grenzüberschreitende Naturschutzgebiet Waterton-Glacier International Peace Park, das von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt worden ist.
- Eintritt: Der reguläre Eintritt in den Glacier National Park beträgt 35 US-Dollar pro Fahrzeug. Anfang 2026 wurden die Preise für ausländische Besucher allerdings drastisch erhöht. Diese müssen eine Zusatzgebühr von 100 US-Dollar pro Person zahlen. Sind Sie mit mehr als 2 Personen in einem Wohnmobil unterwegs, lohnt sich der Kauf des America the Beautiful Pass (250 US-Dollar).
- Eingänge: Der Glacier National Park hat eine ganze Reihe von Eingängen. Viele davon sind allerdings abgelegen und erschließen lediglich spezielle Regionen des Nationalparks. Der westliche Haupteingang befindet sich bei West Glacier Village. Im Osten gelangen Sie bei St. Mary in den Park. Viele Besucher entscheiden sich zudem für den Many Glacier Entrance, der nahe einiger sehr schöner Wanderwege liegt.
- Zeitplanung: Wer die Naturschönheiten des Parks im Rahmen einiger Wanderungen erkunden möchte, sollte mindestens 3, besser noch 5 Tage einplanen. Einen Eindruck des Parks erhaschen Sie aber auch bereits an einem Tag – bei einer Fahrt über die berühmte Going-to-the-Sun-Road. Da der Glacier National Park relativ abgelegen im Norden Montanas liegt, bietet sich in der Regel ohnehin ein mehrtägiger Besuch an.
- Beste Reisezeit: Als beste Reisezeit für den Glacier National Park gelten die Sommermonate Juli und August. Dann hat die Going-to-the-Sun-Road vollständig geöffnet, die Wanderwege sind zugänglich und es herrscht bestes Wanderwetter.
Camping im Glacier National Park
Insgesamt gibt es innerhalb des Glacier National Parks 13 Campingplätze, von denen immerhin 7 für Wohnmobile zugänglich sind. Folgende Campingplätze sind reservierungspflichtig:
- Apgar Campground
- Avalanche Campground
- Fish Creek Campground
- Many Glacier Campground
- Mary Campground
- Two Medicine Campground
Gut zu wissen: Der St. Mary Campground hat als einziger der für Wohnmobile zugänglichen Campingplätze das gesamte Jahr über geöffnet – und ist damit die Anlaufstelle für alle Camper, die den Nationalpark im Spätherbst oder Winter erkunden möchten.
Darüber hinaus gibt es noch den Rising Sun Campground, auf dem die „First-come-first-served-Regel“ gilt. Gerade im Sommer sind die Stellplätze hier aber heiß begehrt.
Sehenswürdigkeiten im Glacier National Park
Der gesamte Nationalpark punktet mit einer großartigen Natur, die im Rahmen von Wanderungen erkundet werden kann. Die wohl wichtigste Sehenswürdigkeit ist die „Going-to-the-Sun-Road“, die als einer der schönsten Panoramastraßen der Welt gehandelt wird. Die rund 80 Kilometer lange Straße führt quer durch die Rocky Mountains durch absolut spektakuläre Landschaften. Viele der wichtigsten Aussichtspunkte des Nationalparks befinden sich entlang der Strecke. Der Logan Pass ist der höchste Punkt der Going-to-the-Sun-Road. Von hier führt der Hidden Lake Trail über alpine, von farbenfrohen Wildblumen bewachsene Wiesen und bietet dabei dramatische Ausblicke auf die Gipfel des Parks. Weitere Highlights des Nationalparks sind der Grinnell Glacier mit seinen türkisfarbenen Seen und der Lake McDonald, der für seine bunten Kieselsteine bekannt ist. Viele der schönsten Wanderwege befinden sich in der Gegend um Many Glacier. Hier stehen auch die Chancen auf Tiersichtungen besonders gut.
Bären im Nationalpark
Schätzungsweise 1.000 Grizzly- und Schwarzbären leben auf dem Gebiet des Glacier National Parks. Die Chance auf eine Sichtung ist hoch. So majestätisch die Tiere auch sein mögen, im Umgang mit ihnen ist Vorsicht geboten. Um Ihre Sicherheit zu gewährleisten, empfiehlt sich Folgendes:
- Machen Sie Lärm (z.B. durch Klatschen), wenn Sie sich unübersichtlichen Stellen (z.B. Kurven) nähern, um Bären nicht zu überraschen. Auch Bärenglocken sind sinnvoll.
- Wandern Sie möglichst in Gruppen – auch das hält Bären fern.
- Führen Sie für den Fall der Fälle Bärenspray Entsprechende Sprays können in jedem Outdoor-Geschäft rund um den Glacier National Park erworben werden.
- Verstauen Sie sämtliche Lebensmittel und stark riechenden Gegenstände geruchssicher.
- Halten Sie bei Bärensichtungen mindestens 100 Meter Abstand von dem Tier. Befindet sich der Bär in Ihrer Nähe, bleiben Sie ruhig, reden Sie leise und bewegen Sie sich langsam rückwärts. Vermeiden Sie dabei Blickkontakt mit dem Bären.
- Versuchen Sie niemals die Tiere zu füttern.
Prinzipiell gilt: Bärenangriffe sind sehr selten. In der Regel meiden die Tiere den direkten Kontakt zu Menschen.
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